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Wenn du immer für alle da bist – wer bist du für dich?

25. Sept.
5 Min. Lesezeit

Ich glaube, viele Frauen kennen dieses Gefühl.


Du bist für alle da.

Du denkst an die Kinder.

An die Termine.

An die Arbeit.

An die Familie.

An das, was noch erledigt werden muss.


Du organisierst, planst, koordinierst und versuchst, alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen.

Und irgendwann kommt vielleicht ganz leise die Frage:


Und wann bin eigentlich ich dran?


Bei mir ist manchmal ganz schön viel los


Ich habe drei wunderbare Kinder.

Und wer Kinder hat, weiß wahrscheinlich, dass allein schon das Organisieren des Familienalltags manchmal ein kleiner eigener Job sein kann.


Termine koordinieren.

Schauen, wer wann wo sein muss.

An Dinge denken, die sonst niemand im Kopf hat.

Nebenbei den ganz normalen Alltag meistern.

Dazu arbeite ich in einer Firma und bin gerade dabei, mir meine Selbstständigkeit aufzubauen.


Klangbalance.

Etwas, das mir sehr am Herzen liegt und für das ich unglaublich dankbar bin.


Aber natürlich bedeutet der Aufbau einer Selbstständigkeit auch Verantwortung. Dinge wollen gemacht werden. Die Homepage. Angebote. Termine. Werbung. Social Media. Kundinnen. Ideen. Neue Projekte.

Und manchmal habe ich das Gefühl, mein Kopf hat einfach hundert offene Fenster gleichzeitig.


Vielleicht kennst du das.

Man funktioniert.

Man macht.

Man organisiert.

Man kümmert sich.

Und irgendwie läuft es ja auch.

Aber die Frage ist:


Wie geht es mir eigentlich dabei?


Ich wollte es immer allen recht machen


Wenn ich heute darüber nachdenke, glaube ich, dass bei mir noch etwas ganz anderes dahintersteckt.

Ein Glaubenssatz, den ich schon sehr lange mit mir herumgetragen habe:



Ich muss es allen recht machen.

Ich wollte niemanden enttäuschen.

Ich wollte eine gute Mama sein.

Eine gute Mitarbeiterin.

Eine gute Partnerin.

Eine gute Freundin.

Und heute natürlich auch eine gute Begleiterin für die Menschen, die zu mir kommen.

Ich wollte, dass sich alle wohlfühlen.Dass alles passt.Dass niemand das Gefühl hat, zu kurz zu kommen.

Und irgendwo auf diesem Weg habe ich manchmal vergessen, dass ich selbst auch jemand bin, der etwas braucht.


Dieses Gefühl, nie genug zu geben


Vielleicht kennst du auch dieses Gefühl:

Du hast eigentlich schon unglaublich viel gemacht.

Und trotzdem denkst du:


Das hätte ich noch besser machen können.

Oder:

Das war noch nicht genug.


Bei mir hängt das ganz stark mit meinem Perfektionismus zusammen.

Ich möchte Dinge gerne richtig machen.

Wenn ich etwas mache, dann möchte ich, dass es gut wird.

Und meistens ist das ja auch etwas Schönes.

Aber Perfektionismus kann irgendwann anstrengend werden.

Denn wann ist etwas wirklich perfekt? Wann ist etwas wirklich genug?


Ich kann einen ganzen Tag unglaublich viel geschafft haben und am Abend trotzdem darüber nachdenken, was ich nicht geschafft habe.

Statt zu sehen:

Wow, was habe ich heute eigentlich alles geschafft?

sehe ich manchmal zuerst:

Das fehlt noch.

Das hätte besser laufen können.

Da hätte ich noch mehr machen können.

Und genau da kommt meine Selbstkritik ins Spiel.


Ich kann mit mir selbst manchmal viel strenger sein als mit jedem anderen Menschen.

Einem anderen Menschen würde ich wahrscheinlich sagen: „Du hast heute so viel geleistet. Sei doch stolz auf dich.“

Bei mir selbst denke ich viel zu oft: „Da geht noch mehr.“


Aber wann ist genug genug?


Diese Frage begleitet mich mittlerweile sehr.

Denn wenn ich immer noch mehr geben, noch mehr machen, noch besser sein kann – wann darf ich einfach sagen:


Es ist genug.


Nicht perfekt.

Nicht alles erledigt.

Nicht alles unter Kontrolle.

Aber genug.

Ich glaube, genau das ist etwas, das ich selbst immer noch lernen darf.

Nicht alles schaffen zu müssen.

Nicht jedem gerecht werden zu müssen.

Nicht immer diejenige sein zu müssen, die alles im Griff hat.

Und vor allem nicht meinen eigenen Wert davon abhängig zu machen, wie viel ich leiste.


Ich glaube, wir dürfen uns selbst mitnehmen


Wenn ich heute von Selbstfürsorge spreche, dann bedeutet das für mich deshalb nicht:

„Mach einfach mehr für dich.“

Denn manchmal ist genau das wieder eine Aufgabe.


Noch etwas auf der Liste.

Noch eine Übung.

Noch etwas, das wir richtig machen sollen.

Für mich bedeutet Selbstfürsorge mittlerweile viel mehr:


Mich selbst bei all dem nicht zu vergessen.


Wenn ich für meine Kinder da bin, darf ich trotzdem Bedürfnisse haben.

Wenn ich arbeite, darf ich müde sein.

Wenn ich meine Selbstständigkeit aufbaue, darf ich nicht jeden Tag alles schaffen.

Wenn etwas nicht perfekt ist, darf es trotzdem gut sein.

Und wenn ich einmal Nein sage, bedeutet das nicht, dass ich ein schlechter Mensch bin.

Das klingt so einfach und trotzdem ist es manchmal ganz schön schwer.


Vielleicht kennst du das auch


Vielleicht bist du auch jemand, der immer zuerst schaut, was die anderen brauchen.

Vielleicht hast du schon automatisch die nächste Aufgabe im Kopf, während du die jetzige noch gar nicht beendet hast.

Vielleicht sagst du oft:

„Kein Problem, ich mache das.“

Obwohl du eigentlich gerade gar keine Kraft dafür hast.

Vielleicht fällt es dir schwer, Nein zu sagen.

Vielleicht möchtest du niemanden enttäuschen.

Oder vielleicht kennst du dieses Gefühl:

Egal, wie viel ich mache – es fühlt sich nie ganz genug an.


Dann möchte ich dir etwas sagen, was ich selbst immer wieder lernen darf:


Du musst nicht immer mehr geben, um genug zu sein.

Du bist nicht erst dann wertvoll, wenn alles erledigt ist.

Du bist nicht erst dann eine gute Mama, wenn du alles richtig gemacht hast.

Du bist nicht erst dann erfolgreich, wenn alles perfekt läuft.

Und du bist auch nicht weniger wert, wenn du einmal keine Kraft hast.


Wer bist du eigentlich für dich?


Vielleicht ist das eine Frage, die wir uns viel öfter stellen sollten.


Nicht:

Was brauchen die anderen?

Nicht:

Was muss ich noch erledigen?

Nicht:

Was könnte ich noch besser machen?

Sondern:

Wer bin ich eigentlich für mich?


Bin ich diejenige, die mich ständig antreibt oder bin ich auch diejenige, die mich auffängt?

Bin ich diejenige, die mir sagt, was ich alles nicht geschafft habe?

Oder kann ich mir auch einmal sagen:


„Du hast heute wirklich viel gemacht. Jetzt darfst du aufhören.“


Ich glaube, genau das dürfen wir lernen. Nicht weniger liebevoll mit anderen zu sein. Sondern genauso liebevoll mit uns selbst.


Vielleicht darf heute etwas liegen bleiben


Vielleicht ist heute nicht alles wichtig.

Vielleicht darf etwas auf morgen warten.

Vielleicht muss das Haus nicht perfekt sein.

Vielleicht musst du nicht auf jede Nachricht sofort antworten.

Vielleicht darfst du eine Aufgabe abgeben.

Vielleicht darfst du Nein sagen.

Vielleicht darfst du dich einfach einmal hinsetzen und nichts tun.

Und vielleicht darfst du dir selbst sagen:


Heute muss ich niemandem etwas beweisen.


Ich muss nicht perfekt sein.

Ich muss nicht alles schaffen.

Ich muss nicht für alle da sein.

Ich darf auch für mich da sein.


Das ist etwas, das ich selbst immer wieder lernen darf.

Mit drei Kindern, Arbeit, dem Aufbau meiner Selbstständigkeit und all den kleinen und großen Dingen, die das Leben mit sich bringt.

Ich werde wahrscheinlich auch weiterhin manchmal zu viel auf einmal wollen.

Ich werde wahrscheinlich auch weiterhin Dinge perfekt machen wollen.

Und ich werde mich bestimmt auch manchmal wieder selbst kritisieren.

Aber vielleicht geht es gar nicht darum, das alles plötzlich loszuwerden.

Vielleicht geht es vielmehr darum, es zu bemerken - Innezuhalten.

Und mich dann zu fragen:


„Was brauche ich gerade wirklich?“


Und vielleicht ist die Antwort manchmal ganz einfach:

Eine kleine Pause.

Ein bisschen Ruhe.

Ein bisschen weniger Müssen.

Und ein bisschen mehr Ich.


Denn bei all den Menschen, für die wir da sind, sollten wir einen Menschen niemals vergessen - uns selbst.


Deine Nicole

 
 
 

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